Die Ochsenkathedrale von Bad Kissingen

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Was hat mich am meisten beeindruckt in Bad Kissingen? Das hier:
ALTER SCHLACHTHOF (OCHSENKATHEDRALE)

Hygienisch sollte es sein, das Fleisch, und das wollte man den illustren Gästen auch vermitteln. Was wie ein Konzept aus dem 21. Jahrhundert klingt, ist eine Idee der 1920er Jahre. Nachdem es um das Schlachtwesen in der Stadt nicht gut stand und sich die Beschwerden häuften, musste ein zentraler Schlachthof her. Dieser wurde 1923-1925 im Jugendstil gebaut, eine wahre Kathedrale mit 50 Metern Länge, 12 Metern Breite und 17 Metern Höhe. Über der zentralen Halle grüßt der Apostel Lukas, Schutzpatron der Metzger, und auch ansonsten hat man an Verzierungen nicht gespart. Für Besucher gab es zwei umlaufende Galerien entlang des Mittelschiffs. Gegen eine Gebühr von 50 Pfennig hatten diese einen guten Blick auf das Geschehen und konnten sich davon überzeugen, dass das Kissinger Fleisch auch den modernen Hygienestandards entsprach. Auch wenn die Schweine das wohl anders sehen, ist dies ein grandioses Konzept und ein ebensolches Gebäude.

Augenblicklich parkt hier die Stadtverwaltung ihre Fahrzeuge, offiziell ist eine Besichtigung nur im Rahmen einer Führung möglich. Die Türen stehen aber meist offen. Bis heute ein Lost Space, aber es gibt Pläne für eine umfangreiche Restaurierung und neue Nutzung.

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