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Das Lächeln der Guanyin

„Nanmu amitofo, nanmu amitofo!“

Phillip drehte sich entnervt zur Seite.

Jetzt setzten weitere Stimmen ein.

„Nanmu amitofo, nanmu amitofo!“

Phillip verfluchte seine Entscheidung, ein Haus direkt neben einem kleinen buddhistischen Tempel zu mieten. Auf den ersten Blick fand er das, vor dem Einzug, romantisch. Bis ihn die morgendlichen Gesänge zuverlässlich gegen 6 Uhr aus dem Schlaf rissen.

„NANMU AMITOFO, NANMU AMITOFO!“
„NANMU AMITOFO, NANMU AMITOFO!“

Wo waren die Ohrenstöpsel? Seine Eltern hatten Phillip versprochen, eine Packung aus Deutschland zu schicken. Vor drei Woche schon. Seitdem nutzte er das letzte Paar der vorherigen Lieferung, das zunehmend die Farbe der Umgebung angenommen hatte und das er sich inzwischen sträubte, in seine Ohren zu stopfen. Phillip hatte ernsthaft überlegt, für ein paar Tage nach Bangkok zu fliegen, um sich Ohropax zu besorgen. Wie konnte es sein, dass ein lautes Land wie China, das an jeder Ecke eine Karaokebar hatte, keine brauchbaren Ohrenstöpsel herstellte? Oder stimmte seine Theorie, dass Chinesen durch den andauerten Lärmpegel seit kleinster Kindheit halb taub waren?

Renao hieß das auf Chinesisch. „Ne Menge los!“, könnte man übersetzen. Renao, das war das Chaos in den Straßen. Das Geschrei an den Marktständen. Die Verbotene Stadt in einer der Goldenen Wochen. Eine Million Besucher auf Puyis Spuren. Nationalfeiertag auf der Straße des Ewigen Friedens.

Das war Renao!

Und Ohrenstöpsel waren das Gegenteil von Renao. Und da der Durchschnittschinese sein Renao liebte, war dies wohl keine Marktlücke. Noch nicht einmal eine Nische.

„NANMU AMITOFO, NANMU AMITOFO“

„Na Ami, magst Du Tofu?“, summte Phillip vor sich hin. Grinste innerlich. Betrachtete die schwarzmelierten Ohropax.

„Roll ab, du Dumpfmöse!“, hörte er jetzt eine Frauenstimme keifen. Die Stimme kam ihm irgendwie bekannt vor. Nicht aber die Ausdrucksweise. Seit er Peking verlassen hatte, waren die Schimpfwörter selten geworden. Nicht die Anlässe, aber die Wörter. Zu Fluchen gab es Phillips Meinung nach auch in Yunnan eine Menge. Nur dass sich die Leute in Dali im Vergleich zu den Hauptstädtern ein wenig zurückhielten.

„Du alter Sack, geh zur Hölle!“

„Lao Dongxi“, alter Sack. Ein Ausdruck aus einer anderen Zeit. So wie die „Dumpfmöse“, die eigentlich nur die Hauptstädter noch im Mund führten.

„Shabi!“, murmelte Phillip vor sich hin. Beijing, das war nur eine Erinnerung.

An die allmorgendlichen Gesänge konnte sich Phillip gewöhnen. Das war jetzt eine Nummer zu viel.

„Verpisst euch!“, schrie er in die Nacht.

Dann war Ruhe. Sogar der Tempel schien den Atem anzuhalten.

Im Halbschlaf hörte er einen dumpfen Schlag. Ein Geräusch, das sich mit den ersten Vorboten eines neuen Traumes vermischte.


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